Das Lagersystem in der "freien Zone"

Zwischen 1936 und 1939 flüchteten Hunderttausende Spanier*innen vor dem Bürgerkrieg und dessen Folgen nach Frankreich. Dort verbreiteten sich zunehmend fremdenfeindliche Einstellungen.

Mit Hilfe eines Gesetzes, das die Internierung „unerwünschter Ausländer“ erlaubte, hofften die Behörden, die Gefl üchteten besser kontrollieren zu können. Ein erstes Lager wurde im Süden Frankreichs in Rieucros erbaut, weitere folgten. Sie bestanden anfangs aus nicht viel mehr als Zelten, später dann aus Holzbaracken oder Gebäuden.

Der Kriegsbeginn mit Deutschland hatte zur Folge, dass Dutzende Lager im nicht von Deutschland besetzten Teil des Landes errichtet wurden, um „Angehörige feindlicher Mächte“ und „die nationale Verteidigung oder öffentliche Sicherheit gefährdende Individuen“ zu internieren. 1939/40 blieb dies noch eine Ausnahme. Doch für das Vichy-Regime wurden sie ein zentrales Element für die Verfolgung der „Unerwünschten” – vor allem ausländischer Jüdinnen und Juden, die nach Frankreich geflohen waren. Ende 1940 wurden fast 50.000 Menschen in den Lagern der „freien Zone“ festgehalten.

© United States Holocaust Memorial Museum, 32184
Foto von Friedel Reiter, ca. 1942

Dieses heimlich aufgenommene Foto zeigt Jüdinnen und Juden 1942 im Lager Rivesaltes vor ihrem Abtransport ins Durchgangslager Drancy. Die Aufnahme stammt von der Krankenschwester Friedel Reiter, die für die Kinderhilfe des Schweizerischen Roten Kreuzes seit 1941 in dem Lager arbeitete. Sie leitete ab 1943 ein Kinderheim in Le Chambonsur-Lignon und bewahrte zusammen mit ihrem späteren Mann August Bohny und weiteren Helfer*innen zahlreiche Kinder vor der Deportation.

Die kleine Bilderserie zeigt die Ankunft von Frauen aus dem Lager Noé in Gurs an einem regnerischen Tag im März 1941.<br />
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Fotos von Maurice Laügt, 4.3.1941
© Mémorial de la Shoah, Coll. Maurice Laügt, Eva Laügt, MLXV 181 & 182
Die kleine Bilderserie zeigt die Ankunft von Frauen aus dem Lager Noé in Gurs an einem regnerischen Tag im März 1941.

Fotos von Maurice Laügt, 4.3.1941