Im Oktober 1940 wurden Tausende Jüdinnen und Juden aus dem Südwesten Deutschlands nach Gurs deportiert. Einigen Deportierten gelang die Flucht aus diesem französischen Lager, mehr als Tausend starben. Die meisten Überlebenden wurden später nach Auschwitz-Birkenau und Sobibor verschleppt und ermordet.
An diese Verbrechen und ihre Nachgeschichte erinnert unsere Ausstellung aus verschiedenen Perspektiven.

Informationen: Filmbeiträge zur Ausstellungseröffnung

7. April 2021, Französische Botschaft in Berlin: ein Ausstellungsrundgang und ein Gespräch zu Antisemtismus und Shoah im Spiegel der deutsch-französischen Beziehungen; und das Gesamtvideo der digitalen Eröffnung.

zu den Videos

Grenz- und Gewalträume

Dieser Teil der Ausstellung thematisiert die Geschichte der Deportation. Was ist den Jüdinnen und Juden vor und während der Deportation widerfahren? Wer hat die Deportation organisiert?

Internierungsorte

In diesem Abschnitt wird dargestellt, was die jüdischen Frauen, Männer und Kinder in Gurs und den anderen Lagern in Frankreich erleben und erleiden mussten. Wie verhielten sich die französischen Behörden?

Todeszonen

Dieser Abschnitt nähert sich dem Unvorstellbaren. Gezeigt wird, wie die Pläne zum Mord an den Jüdinnen und Juden schreckliche Gestalt annahmen.

Spannungsräume

Dieser Abschnitt beschreibt, wie sich die deutsche und die französische Gesellschaft nach 1945 mit den Verbrechen auseinandergesetzt haben. Wer wurde verurteilt und wer erinnerte?

Dimensionen des Heutigen

Der letzte Abschnitt der Ausstellung wendet sich dem Jetzt zu, beschreibt Erinnerungsinitiativen UND die wiederkehrenden Angriffe auf Jüdinnen und Juden in unseren Gesellschaften.

Die Ausstellung „Gurs 1940“ ist keineswegs die erste zu diesem Thema. Doch versucht sie bewusst Brücken zwischen nationalen Narrativen zu schlagen und möchte damit einen Beitrag zu einer integrierten und integrierenden europäischen Erzählung über Ausgrenzung, Verfolgung und Ermordung von Jüdinnen und Juden im Nationalsozialismus leisten.